Ukrainische Seedrohnen treffen Öltanker vor der Küste von Sotschi

Ukrainische Seedrohnen trafen im Schwarzen Meer vor Sotschi einen Öltanker unter liberianischer Flagge.

Im Schwarzen Meer nahe der russischen Hafenstadt Sotschi haben ukrainische Seedrohnen am Dienstagabend, dem 6. Oktober 2026, einen unter liberianischer Flagge fahrenden Öltanker angegriffen. Berichten zufolge wurde der Tanker namens Aframax Rio rund 15 Kilometer vor der Küste getroffen, woraufhin an Bord und auf der Wasseroberfläche schwere Brände ausbrachen.

Nach Angaben der russischen Staatsagentur TASS teilte das russische Verkehrsministerium mit, dass sich 23 indische Besatzungsmitglieder an Bord befanden. Russische Seenotrettungskräfte konnten alle 23 Personen unversehrt an Land bringen; es gab keine Verletzten. Wegen dichten Rauchs konnten die Einsatzkräfte das Schiff zunächst kaum erreichen, doch am frühen Mittwochmorgen, dem 7. Oktober, wurde das Feuer gelöscht. Aus Sicherheitsgründen sperrten die Behörden von Sotschi vorsorglich Küstenabschnitte und Strände.

Wie die ukrainische Zeitung The Kyiv Independent berichtete, stand die Aframax Rio seit Februar 2026 auf der ukrainischen Sanktionsliste, da sie als Teil der russischen Schattenflotte Erdöl aus Schwarzmeerhäfen transportierte. Sicherheitskreise in Kiew betonten, dass Angriffe auf Russlands Öl- und Treibstoffinfrastruktur eine legitime Reaktion auf die russischen Schläge gegen das ukrainische Stromnetz darstellen.

Laut dem britischen Sender BBC News verdeutlicht der Drohnenangriff die zunehmende Asymmetrie des Seekriegs im Schwarzen Meer und belegt die wachsende Reichweite ukrainischer Überwasserdrohnen.

Die The New York Times hob hervor, dass Kiew gezielt versucht, Moskaus Öleinnahmen zur Finanzierung des Krieges empfindlich zu treffen.

Foto: Amîda Kurd / Symbolbild